In einer Welt, getrieben von dreifachem Espresso, wo sich der Kalender schnellerfüllt als ein Einkaufswagen bei Sonderangeboten am Outlettag, entwickelt sich langsam eine kleine "Zen"-Bewegung. Ihr Name lautet: Trödeleien. Oder anders ausgedrückt: Herumhängen, Dschungelcampen oder einfach nur faulenzen. In Kürze: Machen Sie Pause! Und raten Sie mal? Es fühlt sich fantastisch an.

Langsamkeit, dieser neue Luxus

Trödeln bedeutet, einfach nur da zu sein und keine besondere Aufgabe auszuführen. Hier lassen wir uns treiben, ohne eine bestimmte Absicht oder Druck von außen. Wir verharren an einem Schaufenster, hören einem Vögeln zu, ziehen den Pyjama am Samstag sogar bis zum Mittag des folgenden Tages nicht aus. Ganz im Gegensatz dazu, dass dies als Zeichen für Trägheit angesehen oder korrigiert werden müsste, hat sich das Ganze zur Lebensweise entwickelt.

Auf TikTok machte die Meldung rasende Fortschritte. Das Ursprüngliche: ein Video von @Sweirdest, einem TikToker, der uns dazu anhält, langsamer voranzuschreiten. „Es ist nicht notwendig, jede Nacht im Klub zu verbringen.“ murmelte sie und blickte in die Kamera. „Machen Sie einen Spaziergang und nehmen Sie sich die Zeit, zu entspannen.“ Einfach nichts. Und genau hier liegt das Dilemma: In einer Gesellschaft, die auf Effizienz ausgerichtet ist, wird es zur außergewöhnlichen Handlung, nicht so viel zu tun.

Auf Wiedersehen Tschüss FOMO, willkommen langsamem Lebensstil

Wir sind alle mit diesem vagen sozialen Druck vertraut: ausgehen, informiert bleiben und sich zeigen (am besten gleich dazu in den sozialen Netzwerken). Das Gegenteil von "trödeln" ist hierbei die Antwort. Es geht nicht um Absage, sondern darum, einen neuen Kurs einzuschlagen. Wir flüchten nicht vor der Gesellschaft; wir wählen bewusst ein anderes Tempo für unser Leben.

Kein FOMO (Fear Of Missing Out), jene dumpfe Befürchtung, etwas Wichtiges zu versäumen, wird mehr erlebt. Stattdessen fordert das Schmucksuchen eine andere Herangehensweise: die des JOMO, der Freude an dem, was man verpasst. Die ruhige Genugtuung, nicht jedes Detail auszukosten oder jede Erfahrung durchleben zu müssen. Durch diesen Prozess kann man sogar noch besser geworden sein.

In den Videos, die diesem Trend folgen, finden wir weder hastige Aufnahmen noch angespannte Musik. Stattdessen beobachten wir Menschen dabei, wie sie ein Puzzle zusammensetzen, ihre Pflanzen gegossen, durch eine Buchhandlung spazieren oder gemütlich auf ihrem Balkon einen Tee trinken. Diese vielen kleinen, unschuldigen Handlungen vereinen sich zu einem ständigen Akt der Zuneigung. Damit wird das Gewöhnliche zum Schönen.

Ein freudiges Anti-Burnout

Auch auf der psychologischen Seite stimmen wir zu. In einem Interview mit Pop Sugar erinnert uns die Therapeutin Kiana Shelton daran, dass diese Art der Entschleunigung alles andere als sinnlos ist. „Trödeln bietet die Chance, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Es heißt, sich erlauben zu können, abseits von ständigem Stress zu existieren.“ Wir fliehen nicht vor der Wirklichkeit, sondern hörten unseren Bedürfnissen mit Freundlichkeit zu. Ehrlich gesagt belohnt uns das auch noch unser Gehirn.

Ihr Leben muss sich also nicht grundlegend ändern oder Sie müssten in eine Hütte weitab von der Zivilisation ziehen. Das Umtrödeln ist ein kleiner und leicht erreichbarer Schritt. Es heißt, fünfzehn Minuten für das Betrachten der Wolken nutzen, unterwegs zum Arbeitsplatz mal kurz im Park Station machen oder einfach etwas langsamer durchatmen statt ständig zu hetzen. Vor allen Dingen sollten Sie dies schuldbewusstfrei tun.

Ein inklusiver Wohlfühltrend

Das Besondere am Trödeln liegt darin, dass es sowohl einschließend als auch sehr angenehm ist. Man braucht dem Ideal auf Instagram keineswegs gerecht zu werden, um mitmachen zu können. Es geht hierbei weniger um eine bestimmte ästhetische Darstellung, die kopiert werden müsste, sondern vielmehr um eine Einstellung des Akzeptierens. Sie haben das Recht, Platz, Zeit und Sauerstoff einzunehmen. Ihre physische Form sollte kein Maßstab für Leistung sein, sondern eher wie ein Begleiter durch den Alltag betrachtet werden. Hörten Sie daher Ihrem Körper zu, respektierten und verehrten ihn...indem man etwas langsamer wird. Das ist einfach fantastisch! In einer Gesellschaft, wo ständig nach mehr gestrebt wird – dünner, aktivere, erfolgversessener – erinnert uns das Trödeln daran, dass wir schon vollkommen so sind, wie wir sind.

Das Sparen von Kleinigkeiten lehrt uns, dass es sinnvoll ist, sich Zeit zu nehmen und ein anderes Leben zu führen. Es gibt nichts Moderneres, als seinen eigenen Rhythmus anzunehmen. Lassen wir also dieses "Ja" ertönen: Ja zur Ruhepause, ja zum Schweigen, ja für die kreative Muße. Ja zu diesem kleinen Aufstand gegen den ständigen "Mehr".

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